Nach einem Brand in einem Außendepot des Deutschen Museums stand die komplexe Aufgabe „Brandschadensanierung Kulturgut“ an. Ein zentrales Objekt war dieser große MWM-Viertakt-Dieselmotor in V8-Bauweise, ein aufgeschnittenes Schnittmodell. Hitze, Ruß, Löschwasser und eine hohe Luftfeuchtigkeit hatten nämlich zu starken Rußauflagerungen und aktiver Metallkorrosion geführt. Aus diesem Grund war der Auftrag, die Schäden so weit wie möglich zu entfernen und den Motor zu konservieren.
Brandschadensanierung Kulturgut: Die Methodik
Die größte Herausforderung bei der Reinigung des Motors waren die extrem schwer zugänglichen Zwischenräume, besonders im V-förmigen Tal des Motorblocks. Konkret hätten für eine umfassende Reinigung große Teile demontiert werden müssen, was aber original überlackierte Schrauben zerstört und weitere Schäden an Dichtungen riskiert hätte. Daher wurde in Absprache mit den Restauratoren des Museums eine alternative, minimalinvasive Methode gewählt, um die historische Integrität zu wahren.
Trockeneisstrahlen: Reinigung durch Mikroexplosionen
Die Entscheidung fiel auf das rückstandsfreie Trockeneisstrahlen. Bei diesem Verfahren beseitigen kleine Mikroexplosionen des Trockeneises den Schmutz effektiv und substanzschonend. Der gelöste Schmutz, der sich daraufhin in den tiefsten Spalten absetzte, konnte anschließend mit Mikrofasertüchern und Spezialwerkzeugen leicht entfernt werden. Dieser schonende Ansatz ist folglich entscheidend für eine erfolgreiche Brandschadensanierung von Kulturgut.
Ein Motorblock, gerettet ohne Demontage
Das Ergebnis ist ein vollständig von Ruß und brandbedingten Auflagerungen gereinigter Motorblock. Insbesondere war der größte Erfolg, dass selbst die schwersten zugänglichen Innenbereiche gereinigt werden konnten, ohne eine einzige Schraube lösen zu müssen. Auf diese Weise wurde die historische Integrität des Schnittmodells bei der Brandschadensanierung von diesem Kulturgut vollständig bewahrt.









