Im Herzen des Treptower Parks steht ein architektonisches Kleinod: der ehemalige Schornstein des Zenner-Heizhauses. Er wurde kunstvoll als Aussichtsturm getarnt, um das umliegende Gartendenkmal nicht zu stören. Die filigrane Stahl-Glas-Konstruktion der Turmkanzel war jedoch in einem desolaten Zustand. Durchrostungen bis zum totalen Materialverlust, zerbrochene Scheiben und verwitterte Farbschichten zeigten den Ernst der Lage. Eine dringende, denkmalgerechte Sanierung war unumgänglich. Der Auftrag des Bauherrn war klar und wurde vom Berliner Landesdenkmalamt unterstützt. Es sollte kein Neubau sein, sondern die maximale Erhaltung und Aufarbeitung der historischen Originalmaterialien.
Demontage in luftiger Höhe
Der erste spektakuläre Schritt war die komplette Demontage der gesamten Turmkanzel und des umlaufenden Geländers. Alle Einzelteile mussten gesichert und von der Spitze des Turms heruntergekrant werden. Nur so konnten sie in der Werkstatt bearbeitet werden. Dieser Prozess erforderte eine präzise Planung. So wurde verhindert, dass die fragile, historische Konstruktion weiter beschädigt wird.
Stahl, Schicht für Schicht gerettet
In der Werkstatt wurden alle Metallteile sorgfältig gestrahlt. Auf diese Weise konnte der Umfang der Korrosionsschäden vollständig freigelegt werden. Der untere Bereich der Tür war so stark zerstört, dass er komplett weggerostet war. Hier erfolgte ein aufwendiger, schichtweiser Nachbau. Dabei wurde neues Material nahtlos an die erhaltene Originalsubstanz angesetzt. Kleinere Löcher wurden geflickt und Materialverluste ergänzt. Um einen langlebigen Schutz zu gewährleisten, wurde anschließend ein dreischichtiges Farbsystem aufgetragen. Erst danach wurden alle Teile wieder auf den Turm gekrant und montiert. Diese detaillierte Arbeit ist der Kern einer denkmalgerechten Sanierung.
Ein Wahrzeichen für den Treptower Park ist bewahrt
Das Ergebnis ist eine vollständig wiederhergestellte Turmkanzel, die ihre historische Eleganz zurückgewonnen hat. Der größte Erfolg des Projekts: Trotz des schlechten Ausgangszustands konnten rund 90 % der originalen Stahlkonstruktion erhalten und weitergenutzt werden. Die gelungene denkmalgerechte Sanierung wurde als so vorbildlich eingestuft, dass der Bauherr eine Förderung von der Deutschen Stiftung Denkmsschutz erhielt. Das ist eine wunderbare Anerkennung für die sorgfältige und substanzschonende Arbeit.









